verfasst am 21.10.2026 von Ingrid Adler, Svenja Bretschneider & Beate Schroll

Die letzten Wochen vor einer Weltmeisterschaft sind eine besondere Zeit: Das Training wird noch intensiver, Bewegungsabläufe werden präzisiert und an den letzten technischen Details gefeilt. In den vergangenen zwei Wochen durfte das SKIAF-Nationalteam wertvolle Impulse vom japanischen Großmeister Tanaka shihan (7.Dan) mitnehmen. Zahlreiche Tages- und Abendtrainings boten Gelegenheit, Techniken zu vertiefen und sich gezielt auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften vorzubereiten. Den Abschluss dieser intensiven Trainingsphase bildete der zweitägige Herbstlehrgang in Braunau am Inn.

Der Samstag begann traditionell mit Kihon (Grundschule). Ausgehend von den grundlegenden Techniken wurde das Training rasch um praxisnahe Kumite-Anwendungen erweitert, die von den Teammitgliedern direkt im Freikampf umgesetzt werden können. Im zweiten Trainingsblock wurde die Halle in drei Gruppen aufgeteilt. Die Dan-Trägerinnen und Dan-Träger hatten dabei die Gelegenheit, 90 Minuten direkt mit Tanaka shihan zu trainieren. Im Mittelpunkt standen die Kata Nijushiho und ihre effektiven Anwendungen. Besonders intensiv wurde an der Hüftarbeit gefeilt. Die dabei vermittelten technischen Feinheiten sind nicht nur für diese Kata von Bedeutung, sondern lassen sich auch auf die individuelle Tokui-Kata der Kata-Starterinnen und -Starter übertragen. 

Gemeinschaft als Stärke des österreichischen Karate-Do

Neben dem Training bot der Samstag auch Gelegenheit, auf die vergangenen Monate zurückzublicken. Beim gemeinsamen SKIAF-Dreivierteljahresabschluss gab Armin Paar, Nationalteamcoach und SKIAF-Funktionär, einen Überblick über die vielfältigen Trainingsaktivitäten – von zahlreichen Lehrgängen und Nationalteam-Trainingseinheiten bis hin zu diversen Gasshuku (Trainingslager).

Dabei wurde einmal mehr deutlich, worin eine der großen Stärken der österreichischen Karateka liegt: im gemeinsamen Training. Die vielen Einheiten, die kontinuierliche Arbeit und der Austausch innerhalb des Teams bilden eine wichtige Grundlage für die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften. Für einen weiteren Rückblick über das Verbands-Trainingsgeschehen sorgte unser Starfotograf „Hansi“ Schnitzinger mit einer Fotopräsentation, bei der auch die diesjährigen Starter:innen des Nationalteams noch einmal vorgestellt wurden. 

Mit Kata und Kumite in den Endspurt

Auch am Sonntag wurden gleich zu Trainingsbeginn alle müden Geister geweckt. Nach einem intensiven Aufwärmen, gefolgt von gezielten Kihon-Techniken standen Partnerübungen auf dem Programm. Kihon, Jiyu-Ippon-Kumite und Okuri-Jiyu-Ippon-Kumite boten den Kumite-Starter:innen eine weitere Gelegenheit, an Timing, Reaktionsfähigkeit und Schnelligkeit zu arbeiten.

Anschließend wurde in zwei Gruppen trainiert. Der Fokus bei den Dan-Träger:innen lag diesmal auf den Katas Sochin und Gojushiho Sho. Nachdem Sochin die Tokui-Kata von zwei der drei Kata-Teams ist, war es auch für sie eine gute Gelegenheit nocheinmal die Bewegungsabläufe zu präzisieren. Nach dem offiziellen Trainingsende konnten unsere beiden Kata Teams (Damen und Masters) an weiteren Details ihrer Katas schleifen.

Gemeinsam vorbereitet – gemeinsam weiter

Mit dem Herbstlehrgang in Braunau geht ein intensives Trainingswochenende zu Ende und damit eine der letzten gemeinsamen Trainingseinheiten vor den Weltmeisterschaften. Zwei Tage voller neuer Impulse, technischer Feinarbeit und schweißtreibender Trainingseinheiten liegen hinter dem Team. Die Vorbereitung lebt von jeder einzelnen Trainingseinheit, vom gegenseitigen Lernen und von der gemeinsamen Arbeit an einem Ziel. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck blickt das SKIAF-Nationalteam der WM entgegen.

Und bei allem sportlichen Ehrgeiz gilt: So sehr wir uns auf die Weltmeisterschaften freuen, freuen wir uns jetzt schon auf das erste gemeinsame Training danach!