verfasst am 09.05.2026 von Daniel Jovic
Ein intensives und zugleich sehr aufschlussreiches Wochenende liegt hinter unserem österreichischen SKIAF-Team. In Burghausen trafen sich beim Internationalen Kyu Turnier am Samstag und beim Nagai Cup am Sonntag rund 200 Karateka aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien und Tschechien zu einem stark besetzten internationalen Vergleich. Gerade auf dem Weg Richtung Weltmeisterschaft sind es solche Wochenenden, die besonders wertvoll werden. Nicht, weil sie bereits Entscheidungen vorwegnehmen, sondern weil sie zeigen, wo wir als Team stehen, woran wir weiterarbeiten und wie sich unser gemeinsamer Weg Schritt für Schritt formt.
Schon der Samstag hat deutlich gemacht, wie viel Entwicklung und Qualität in unserem gesamten Kader steckt. Der Nachwuchs konnte sich in mehreren Einzel- und Teambewerben früh in der Spitzengruppe etablieren, wichtige Podestplätze erkämpfen und damit ein starkes gemeinsames Zeichen setzen. Besonders spürbar war dabei nicht nur die individuelle Leistung, sondern vor allem die Breite im Kader und die Geschlossenheit, mit der unsere jungen Athletinnen und Athleten auftraten.


IKT – Perspektiven öffnen, Entwicklung begleiten
Der Samstag stand für unser A-Team bewusst im Zeichen der Beobachtung und Analyse. Während der Nachwuchskader beim IKT innerhalb der Kampffläche stand, nahmen wir eine andere, aber nicht weniger wichtige Rolle ein. Einerseits begleiteten wir die Entwicklung unserer jungen Athletinnen und Athleten, andererseits waren Teile unseres Schwarzgurt-Teams selbst als Kampfrichter im Einsatz.
Gerade diese doppelte Perspektive machte den Tag besonders wertvoll. Es war spürbar, mit welcher Entschlossenheit unser Nachwuchs in die Begegnungen ging, wie Schritt für Schritt Sicherheit entstand und wie mit jeder Runde mehr Selbstverständlichkeit im internationalen Umfeld sichtbar wurde. Genau in solchen Momenten wird erkennbar, wie wichtig diese Erfahrungen für die Entwicklung des Kaders sind – und wie daraus langfristig jene Breite entsteht, auf die wir als Team aufbauen können.
Gleichzeitig eröffnete uns die Kampfrichterrolle einen Blick von außen auf das Wettkampfgeschehen. So haben wir selbst dazulernen können und noch einmal bewusster verstanden, wie wir als aktive Starter im Kampf wahrgenommen werden. Welche Details fallen von außen besonders auf? Wie werden Situationen bewertet? Worauf kommt es in den entscheidenden Momenten an?


Dieser Perspektivenwechsel hat unseren eigenen Blick auf die Kampfgestaltung noch einmal geschärft – und genau darin lag ein wichtiger Wert dieses ersten Wettkampftages.
Nagai Cup – Gemeinsam antreten, gemeinsam wachsen
Am Sonntag wechselte die Rolle dann vollständig. Nun standen wir selbst aktiv in der Halle. Beim Nagai Cup lag der Fokus auf den Schwarzgurtklassen, ergänzt durch ausgewählte Braungurtstarter. Nach dem intensiven Vortag war im Team eine besondere Spannung spürbar – nicht als Druck, sondern als klare Bereitschaft, die Eindrücke vom Samstag mitzunehmen und im eigenen Auftritt umzusetzen.
Schon in den ersten Kategorien war zu spüren, dass wir konzentriert und präsent in den Wettkampftag gestartet waren. Von Runde zu Runde wuchs die Sicherheit, und rasch wurde deutlich, dass wir auch am Sonntag vorne mitmischen würden. Im Kata Einzel Herren entwickelte sich rasch ein rein österreichischer Spitzenkampf. Florian Schnitzinger setzte sich nach mehreren starken Runden durch und holte den ersten Platz. Dahinter komplettierten Luca Brodinger mit Rang zwei und Dominik Piereder auf Platz drei ein rein österreichisches Podest. Mit diesem starken Auftakt im Rücken blieb unsere Präsenz auch in den folgenden Bewerben spürbar. Im Kumite Einzel Herren zeigte sich erneut, wie geschlossen und fokussiert wir an diesem Tag auftraten. Florian Schnitzinger kämpfte sich nach intensiven Begegnungen bis ins Finale und belegte den zweiten Platz.
Dass wir an diesem Sonntag nicht nur in den Einzelbewerben Akzente setzen konnten, zeigte sich wenig später auch in den Mannschaftskategorien. Im Kata-Team Herren fanden Florian Schnitzinger, Luca Brodinger und Gabriel Kratzer im entscheidenden Moment perfekt zusammen. Mit einem geschlossenen Auftritt sicherten sie sich verdient den ersten Platz.
Zum Abschluss wurde es im Kumite-Team Herren noch einmal richtig intensiv. In engen Begegnungen war bis zuletzt volle Konzentration gefragt. Luca Brodinger, Daniel Jovic, Florian Schnitzinger, Dominik Piereder und Philipp Reitinger kämpften sich stark durch den Bewerb und holten sich den dritten Platz. Auch im Masters-Bereich setzte unser Team zusätzliche Akzente. Admir Bajric erreichte im Kumite Einzel Herren Masters den dritten Platz und sicherte sich gemeinsam mit Andreas Götzendorfer und Daniel Muschik im Kumite Team Masters die Goldmedaille.



Am Ende bleibt ein Wochenende, das für unser Team weit über einzelne Platzierungen hinausgeht. Der Samstag hat uns als Beobachter und Kampfrichter wichtige Einblicke gegeben und den Blick auf die eigene Kampfgestaltung geschärft, während der Sonntag gezeigt hat, wie wir diese Erfahrungen direkt in den Bewerben umsetzen können. Genau daraus entsteht Entwicklung – Schritt für Schritt, im gemeinsamen Arbeiten als Team auf dem Weg Richtung Weltmeisterschaft 2026.




