verfasst am 11.02.2025 von Daniel Jovic und Philip Jessner
Von 6. bis 8. Februar wurde Obertraun einmal mehr zum Treffpunkt unseres Nationalteams der österreichischen Shotokan Karate-Do International Federation (SKIAF). Drei Tage lang arbeiteten wir als Karate-Athletinnen und Athleten mit klarem Fokus an unserem großen Ziel: der SKIF-Weltmeisterschaften im November in der Türkei.
Dieses Wochenende war kein gewöhnlicher Lehrgang. Es war der bewusste Schritt zurück in den Wettkampfmodus. Ein Moment des Zusammenfindens. Und gleichzeitig der Start in eine neue Phase unserer Vorbereitung. Was dieses Wochenende besonders machte, war nicht nur die Intensität der Einheiten – sondern die spürbare Entschlossenheit jeder und jedes Einzelnen.

Ein Auftakt mit Energie
Bereits die erste Einheit am Freitagnachmittag setzte den Ton. In getrennten Gruppen für Kumite und Kata wurde mit hoher Konzentration trainiert: Distanzgefühl, Reaktionsschnelligkeit und taktisches Verhalten standen im Kumite im Mittelpunkt, während im Kata-Bereich an Tokui-Kata und Team-Kata gefeilt wurde. Präzision, Stabilität und Ausdruck bildeten dabei die Schwerpunkte. Der Übergang vom Trainings- in den Wettkampfmodus war spürbar – jede Sequenz hatte Ziel und Richtung.
Gleichzeitig war spürbar, dass sich das Team weiterentwickelt. Für einige bedeutet dieses Trainingsniveau den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung. Doch unabhängig von Erfahrung oder Status wurde klar: Hier beginnt nichts mit einem Höhepunkt – hier beginnt die eigentliche Arbeit. Und genau darin liegt die Stärke dieses Moments.


Über den Tellerrand hinausdenken
Nach der ersten intensiven Einheit ging es nicht einfach nur ins Abendprogramm mit einem theoretische Teil des Gasshukus. Themen wie Kraftentwicklung, Schnelligkeit und Regeneration rückten in den Fokus. Ziel war es, uns als Karateka Werkzeuge für ein nachhaltiges, eigenverantwortliches Training außerhalb des Dojos mitzugeben. Die Vermittlung athletischer Grundlagen bildete damit eine wichtige Ergänzung zur technischen Arbeit auf der Matte. Es war ein wichtiger Schritt hin zu mehr Eigenverantwortung – denn internationale Spitzenleistungen entstehen nicht nur im Training, sondern auch in der Vorbereitung dazwischen. Der Tag endete mit gemeinsamen Aktivitäten, die Raum für Austausch boten, bevor am nächsten Morgen wieder volle Konzentration gefragt war.
Ein Samstag voller Fokus
Der Samstag begann früh – und intensiv. Während die Kumite-Gruppe an taktischen Varianten und Reaktionsmustern arbeitete, widmete sich die Kata-Gruppe der technischen Feinarbeit, dem Ausdruck und der Abstimmung im Team. Jede Bewegung wurde hinterfragt, jede Sequenz bewusst gestaltet. Nach einer kurzen Pause folgte am Nachmittag die nächste Trainingseinheit. Kleine Korrekturen, große Wirkung – Schritt für Schritt entstand mehr Sicherheit, mehr Stabilität, mehr Ausdruck. Die Intensität blieb hoch – ebenso wie die Konzentration.
Am späten Nachmittag folgte ein funktionelles Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht – effizient, praxisnah und direkt in den Trainingsalltrag integrierbar. Ziel war es, alltagstaugliche Trainingsmethoden zu vermitteln, die langfristig Leistungsstabilität sichern.


Der zweite Theorieblock am Abend vertiefte das Verständnis für Belastungssteuerung und Regeneration – Wissen, das jede Athletin und jeder Athlet unmittelbar in die eigene Vorbereitung integrieren kann. Ein gemeinsamer Ausklang stärkte erneut das Gefühl: Wir ziehen an einem Strang.
Kohaku-Kata als Abschluss
Der Sonntag gehörte ganz der Kohaku-Kata. Unter realitätsnahen Bedingungen präsentierten wir unsere Formen und erhielten wertvolles Feedback – ein wichtiger Gradmesser für den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.
Am Ende dieses Wochenendes bleibt ein klares Gefühl: Wir haben intensiv gearbeitet, technisch auf hohem Niveau trainiert und wichtige Grundlagen gelegt. Und obwohl viel geleistet wurde, wissen wir alle – es ist erst der Anfang. Der Weg zur Weltmeisterschaft beginnt jetzt. Und wir gehen ihn gemeinsam, Schritt für Schritt.






